Traditionelle Chinesische Medizin

Die überlieferten Anfänge der  Chinesischen Medizin reichen fast 5000 Jahre zurück. Das Konzept,  mit dem wir heute arbeiten ,  stammt  im Wesentlichen aus dem ersten  Jahrhundert vor Christi  Geburt  und hat seither  weitere Veränderungen und Ergänzungen erfahren. China ist ein riesiges Land mit den unterschiedlichsten Klimazonen, Landschaften, Vegetationen und Lebensformen;   entsprechend haben sich auch in der Heilkunde unterschiedliche Vorgehensweisen gebildet.eilHHHHH eilkunde unterschiedlicheHeilkundeH Ich könnte mir vorstellen, dass die Behandlung  mit  Wärme, die Moxibustion,  eher aus dem kalten Norden stammt,  wohingegen das Stechen mit Nadeln vielleicht eher in Wüstengegenden mit dornigen,  stacheligen  Sträuchern entwickelt wurde; die Diätetik kommt  aus der Provinz Kanton mit ihrer berühmten Kochkunst, Tuina, die Massagekunst,  aus steinigen  und die Kräuterheilkunde aus fruchtbaren Gebieten.  Qi Gong und  Taiji dienen  der Körperbeherrschung und allgemein der Fitness.

All diesen unterschiedlichen Methoden und Formen liegt eine gemeinsame Weltanschauung zugrunde, die in dem bekannten  Bild der Monade dargestellt wird. Sie zeigt die geschwungene Zweiteilung  eines Kreises in ein helles und ein dunkles Feld, wobei der Kreis die perfekte in sich ruhende Form, das „Ganze“,  darstellt. Das helle und das dunkle Feld entsprechen den Gegensatzpaaren in unserer Welt wie etwa: Tag – Nacht, Sonne – Mond, fest – flüssig,  flüssig – gasförmig  usw.   In jedem dieser beiden Felder entsteht da, wo es am weitesten ausgedehnt ist,  ein kleines rundes Feld der gegensätzlichen Qualität,  also  ein kleiner dunkler Kreis im hellen Feld und entsprechend  ein  heller  Kreis im dunklen Feld.  Das ist ein Symbol dafür, dass nichts Absolutes existiert,  jede Aussage beinhaltet ihr Gegenteil  sowie Licht immer Schatten  erzeugt  oder körperliche Anstrengung von Ermattung begleitet wird. Die geschwungene Mittellinie stellt die fließende Qualität des Systems dar, alles ist veränderlich, alles fließt, alles bezieht sich auf die andere Seite und alles hängt gegenseitig von einander ab. Dieses fließende System im Gleichgewicht zu halten entspricht -  traditionell  gesehen -  der chinesischen Vorstellung von Gesundheit.  

Im Krankheitsfall besteht ein Ungleichgewicht, die eine Seite leidet  Mangel , die andere  Seite vielleicht  an Übergewicht. In der exakten  Diagnose  dieses Ungleichgewichts und dessen Entstehungsursache  liegt die Voraussetzung für eine wirkungsvolle Behandlung und auch ihre Schwierigkeit.  Die bekannten Diagnosen unseres Medizinsystems können leider nicht einfach übernommen werden.  Die Krankheitssymptome müssen erst in die altchinesische Denkweise transponiert   und entsprechend   bewertet werden, daraus entsteht dann ein Muster  des Ungleichgewichts  bezüglich Energie, Blutverteilung usw.,  das dann  nach bestimmten  Regeln behoben werden kann.

Um einen Ausgleich zu erreichen, steht  dem Behandelden   ein  Netzwerk von Meridianen zur Verfügung. Meridiane sind Energie-Leitbahnen,  denen sowohl  Organe als auch Körperfunktionen zugeordnet sind.  Auf diesen Meridianen liegen  definierte  Punkte, über deren Behandlung,  z.B.  Massieren oder Nadelung, man bestimmte Effekte auslösen kann. Jeder Punkt hat seine eigene Bezeichnung:        

·         in der westlichen Welt:  schematisch der Organ-Name des Meridians, auf dem der Punkt liegt, und dann durchnummeriert.

·         In China: individuell eine blumige Beschreibung seiner Wirkungsweise.

Als Beispiel:
der Punkt  „Niere 26“ liegt 2 Zoll beidseitig der Mittellinie im ersten  Zwischenrippenraum, chinesisch heißt dieser Punkt   yù zhong    „der die Mitte zur Blüte bringt“, er wird bei  Druck und Spannung im Brustraum, Appetitverlust u.a.m. genutzt.

Die Traditionelle Chinesische Medizin ist eine Erfahrungsheilkunde.  Ihre Stärke liegt in einem logischen  und nachvollziehbaren  System,  das auf der genauen  Beobachtung der Natur und ihren Erscheinungsformen beruht und auf mehr als 2000 Jahre Erfahrung   zurückgreifen kann.